Das Knorrsche Haus in Uder (kurzer Abriss)

Das Haus derer von Knorr wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf den Überresten der Uderschen Ursiedlung erbaut und befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Kirche.
Ersterwähnungen dieser Siedlung und der Familie von Knorr gehen auf das 11. Jahrhundert zurück.
Die Familie von Knorr (auch genannt „de Othera“) war ein Rittergeschlecht, welches vielfältige Aufgaben im mittelalterlichen  Eichsfeld hatte.
Enge Beziehungen wurden zur Burg Scharfenstein, zum Rusteberg aber auch zu den Hansteinern und Winzingeröder Adelsfamilien nachgewiesen.
Das Wappen der Familie ist der Becher, welcher auf ein Mundschenkamt deuten lässt.

Im 16. Jahrhundert wurden Teile der Familie mit denen von Hanstein und Winzingerode vermählt und führten fortan den Namen von Hanstein-Knorr und von Winzingerode-Knorr.
Teile der Familie wanderten im 17. Jahrhundert ins Baltikum aus und nannten sich fortan von Knorring.
Diese Familie existiert noch heute und führt ebenfalls im Familienwappen den Becher.
Peter von Knorring (Professor für Sanierung und Denkmalkunde) beschreibt auf seiner Homepage das Knorrsche Haus in Uder als Ursprung seiner Familie.

Derzeitiger Zustand

Das Knorrsche Haus befindet sich in einem stark baufälligen Zustand.
Obwohl es seit 1981 unter Denkmalschutz steht, haben viele nichtfachgemäße Restaurierungsversuche die Substanz dieses Hauses weiter verschlechtert.
Das Haus wechselte mehrmals den Besitzer und ist im jetzigen Zustand nicht bewohnbar.

Im Januar 2011 wurde das Haus aus einer Insolvenzmasse durch die Gemeinde Uder gekauft und  dem Verein Freundeskreis „Knorrsches Haus“ übergeben.
Dieser Verein hat sich im August 2011 gegründet und hat zur Zeit 50 Mitglieder.
Der Verein hat bisher durch umfangreiche Maßnahmen (Beräumung  von ca. 90 Tonnen Bauschutt in über 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit, Öffnung zum Tag des offenen Denkmals mit fast 300 Gästen, bauliche Sicherung mit Unterstützung der unteren Denkmalbehörde) das Gebäude in einen begehbaren Zustand versetzt.

Ziel dieses Vereins ist es, das älteste Haus von Uder zu sanieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dieses Haus soll einmal den Ortskern von Uder weiter beleben und für kulturelle Veranstaltungen (kleinere Konzerte, Lesungen, standesamtliche Hochzeiten, Weihnachtsmärkte etc.) genutzt werden.