Mitgliederfest der „Freunde des Knorrschen Hauses“ am Donnerstag den 15.06.2017.

Liebe Mitglieder und Freunde des „Knorrschen- Hauses“,

 

 

 

wie jedes Jahr, wurde auch in diesem Jahr ein Tag, ganz im Sinne des geselligen Zusammenseins geplant. In diesem Jahr wurde uns die Möglichkeit gegeben, die Firma Pollmeier in Creuzburg zu besichtigen.

Alljährliches Mitgliederfest der „Freunde des Knorrschen Hauses“ am Donnerstag den 15.06.2017.

 

 

Liebe Mitglieder und Freunde des „Knorrschen- Hauses“,

 

wie jedes Jahr, wurde auch in diesem Jahr ein Tag, ganz im Sinne des geselligen Zusammenseins geplant. In diesem Jahr wurde uns die Möglichkeit gegeben, die Firma Pollmeier in Creuzburg zu besichtigen. Für alle, die jetzt fragend die Stirn runzeln, Firma Pollmeier hat unsere Unterzüge aus Baubuche gefertigt. Ich berichtete bereits im vergangenen Jahr darüber, als die Unterzüge durch die Zimmerei Ständer im Knorri verbaut wurden.

Bei der Planung dieses Ausfluges spielte uns die Tatsache in die Karten, dass Deutschland am Fronleichnamstag in zwei Lager geteilt ist, die Glücklichen die frei haben und die armen Schlucker die arbeiten müssen. So zogen die Glücklichen aus Uder zu den armen Schluckern nach Creuzburg.

Am Morgen des 15.06.2017 trafen sich 49 Mitglieder und fuhren mit einem Bus in Richtung Creuzburg. Nach einer Frühstücksrast in Wanfried, am Ufer der Werra trafen wir gegen 10:00 Uhr auf dem Gelände der Firma Pollmeier ein, wo wir bereits von Herrn Hagenhahn und zwei weiteren Firmenmitarbeitern erwartet wurden.

Allein das Verwaltungsgebäude deutete schon darauf hin, dass man hier nicht auf der Stelle tritt, sondern Innovation und Fortschritt gelebt werden. Im Nebensatz erwähnte Herr Hagenhahn, dass das Verwaltungsgebäude einen bedeutenden Architekturpreis abgeräumt hat.  

Vor der Besichtigung wurde uns ein kurzer geschichtlicher Abriss zur Firma Pollmeier gegeben und der war wirklich interessant.

Die Firma Pollmeier besitzt einen holzverarbeiteten Betrieb mit Sitz im Raum Bielefeld. Aus verschiedenen Gründen wie, Platzmangel in Bielefeld, staatliche Förderungen nach der Wende und Aufbau Ost, gründete der Sohn Ralph Pollmeier Ende der 90er ein Sägewerk in Creuzburg, dass dem Stammbetrieb in Bielefeld Schnittholz liefern sollte. Darüber hinaus entwickelte sich der Holzhandel auch global über alle Kontinente hinweg. Das Holz, welches verarbeitet wurde, kommt ausschließlich aus der Region, max. 300 km im Umkreis, das ergibt sich aus der Tatsache, dass das Material nur mit LKW`s transportiert werden kann, es gibt keine Wasserwege und auch keine Bahnanbindung. Auch das Holz aus der Gemarkung Uder wird in Creuzburg verarbeitet.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Herstellung der Baubuche, ein ganz neues Verfahren, um aus einfachen Buchenfurnieren extrem stabile Paneele und Balken zu fertigen. Das war eine wirkliche Revolution auf dem Gebiet der Holzverarbeitung und Herr Pollmeier hat diesem seinen Stempel aufgedrückt, er ist mit dieser Technik weltmarktführend. Mittlerweile arbeiten ca. 600 Mitarbeiter unter seiner Leitung und bei der Fertigung kommt modernste Technologie zum Einsatz.

 

Für alle Interessierten, hier einmal kurz das Procedere der Herstellung:

 

Ø  es werden täglich 1000 FM Holz verarbeitet

Ø  das Holz muss eine bestimmte Feuchte haben, daher wird es auf dem Lagerplatz ständig mit „Iftawasser“ (kleines Flüsschen durch Creuzburg) beregnet

Ø  das Holz wird geschält, wobei die Schälnebenprodukte in große Heizkraftwerke geliefert werden z.B. Leipzig

Ø  dann wird der Stamm in eine Spindel eingespannt, die bis auf einen Kern von 8cm Durchmesser die Furniere (ca. je 3mm) abschält, wie wenn ein Bleistift gespitzt wird

Ø  danach kommen die Furniere in eine Trocknung, wo sie mit einer Restfeuchte von 3% herauskommen

Ø  danach erfolgt die erste Qualitätskontrolle, um eine Zuordnung zu ermöglichen, wofür die Furniere verwendet werden, als Deckplatte oder bei minderer Qualität als mittiger Anteil

Ø  von da aus kommen die Furniere in die Leimanlage, werden beleimt, als sogenanntes „Furnierbuch“ gestapelt und mit 4,8 Newton gepresst

Ø  aus der Presse kommt eine 200° heiße, 4 cm dicke und aus 14 Furnierlagen bestehende Platte

Ø  da die Platte sehr glatt ist, wird sie angeschliffen und dem Kundenauftrag entsprechend werden mehrere Platten übereinander geleimt, gepresst und fertig ist das Paneel

Ø  ich muss noch erwähnen, dass die ganzen Arbeitsschritte kaum einer Menschenhand bedürfen, es ist alles absolut technologisiert

 

Ja, das war schon beindruckend!

 

Nach einem guten Mittagessen in der Betriebskantine bestiegen wir unseren Bus, um uns, als Kontrastprogramm, nach moderner Technologie den schöngeistigen Künsten zu widmen. So fuhren wir in das nahegelegene Eisenach, wo Johann Sebastian Bach seine Spuren hinterlassen hat. Im „Bachhaus“ lauschten wir, im Zuge einer Vorführung, verschiedenen historischen Tasteninstrumenten. Ein Rundgang durch das „Bachhaus“ gab uns noch Einblicke in das Leben und Wirken des großen Meisters.

Aber noch nicht genug der kulturellen Beiträge. Im Anschluss erwartete uns eine Stadtführung durch Eisenach, wo die Spuren von J.S.Bach und seiner Familie ebenfalls präsent waren.

Um 17:00 Uhr, erschöpft, aber mit vielen tollen Eindrücken und vielen wertvollen Informationen traten wir die Rückreise nach Uder an.

Dort konnten wir im Hof des Knorrschen Hauses ganz entspannt und gemütlich eine Bratwurst und ein Bier genießen, das hatten wir uns auch alle redlich verdient.

 

Ein wunderschöner, gut gelungener „Knorritag“ ist gegen 21:00 Uhr zu Ende gegangen.

 

Danke an alle, die sich mit der Planung und Organisation auseinandergesetzt haben, ohne sie wäre ein solcher Tag nicht möglich.